Seit ca. neun Monaten haben wir in Dubai die Tradition angefangen am zweiten Samstag im Monat einen Brunch bei uns in der Wohnung zu veranstalten. Jeder bringt ein traditionelles Gericht aus seinem Heimatland mit, und wir machen immer leckere deutsche Pfannkuchen, die dann mit Original deutschen Schattenmorellen verzerrt werden können. Eine Woche vorher schicken wir eine Erinnerungsmail an alle Freunde aus Gemeinde und Freunde die wir sonst irgendwie in Dubai kennengelernt haben. Es ist jedesmal ein wunderschöner Vormittag mit reichhaltigem Essen und guten Gesprächen, eine Zeit sich mit Freunden auszutauschen und neue Leute kennenzulernen. Heute kam z.B. unsere Nachbarin dazu, die auch Deutsche ist.
Natürlich ist es immer auch ein Aufwand knapp 20 Leute zu versorgen, aber es ist auch immer eine Freude, denn zum einen lieben wir Gäste und wir wollen auch unseren Gäste eine Plattform bieten sich gegenseitig näher kennenzulernen, und sich über das wichtigste im Leben, den Glauben an Jesus Christus, auszutauschen.
Heute war es erfrischend das Zeugnis von einem jungen Ehepaar zu hören, die seit zwei Wochen in unsere Gemeinde kommen. Es war ermutigend zu sehen wie Gott in dem Leben von jedem einzelnen wirkt und Leben durch die Kraft des Heiligen Geistes verändert.
Wir sind froh für solche Ermutigung und die Gemeinschaft die uns dieser Brunch ermöglicht, und hoffen, dass es den ein oder anderen auch ermutigt ein ähnliches gemeinschaftsförderndes Projekt zu starten.
LG
Sascha
"Jeder von uns soll auf den anderen Rücksicht nehmen und danach fragen, was gut für ihn ist und was ihm im Glauben weiterhilft." - Römer 15,2
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Samstag, 8. Oktober 2011
Montag, 19. September 2011
Wie die Helden von Gestern uns Heute helfen können!
Mahatma Gandhi hat mal gesagt: "Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt."
In gewisser Weise mag Gandhi hier recht behalten, betrachtet man das Weltgeschehen und die Art und Weise wie der Mensch mit seinen Mitmenschen umgeht, so kann man schon in auf die Idee kommen, dass "die Geschichte sich nur wiederholt" und dass "der Mensch nur aus den eigenen Fehlern lernt", aber aus Gottes Sicht hat die Weltgeschichte Sinn und Ziel. So hat Gott zum Beispiel schon vor Erschaffung der Welt bestimmt, dass Jesus sein Volk durch sein Blut erlösen sollte (1. Petrus 1:19-20). Von Anfang hat also die Geschichte ein Ziel: die Erlösung von Sündern durch den Opfertod Jesus. Und nachdem Gott, Jesus von den Toten auferweckte und somit seine Macht unter Beweis stellte, befahl er seinen Jüngern diese Botschaft von der Versöhnung mit Gott in alle Welt hinaus zu tragen. 2000 Jahre später wird die Botschaft immer noch verkündet, der Auftrag ist noch nicht zu Ende, aber die Erfüllung des Auftrages rückt von Tag zu Tag näher. Der Grund warum wir heute dort sind wo wir sind, ist weil wir auf den Schultern von Männern und Frauen stehen die Gott treu in ihrer Zeit gedient haben.
Aus diesem Grund veranstaltet unsere Gemeinde in Dubai eine Wochenendfreizeit um die Kirchengeschichte wieder zuentdecken und von den Helden die vor uns gelebt haben zu lernen. Am kommenden Wochenende kommt Michael Reeves aus England zu uns. Er arbeitet in England mit der Studentenbewegung zusammen und hat schon mehrere Bücher zur Kirchengeschichte geschrieben (Leider nur auf Englisch erhältlich). Er wird hauptsächlich über den Kirchenvater Athanasius, die Reformatoren, Luther und Calvin, die Puritaner John Bunyan und Richard Sibbes, wie auch den Erweckungsprediger in Nordamerika Jonathan Edwards referieren. Diese Männer Gottes waren überzeugt von der Autorität der Schrift in allen Bereichen der christlichen Gemeinde und dass die Erlösung allein das Werk Gottes durch Jesus Christus ist, zu dem der Mensch gar nichts beisteuert.
Ich bin gespannt was wir am Wochenende aus der Geschichte lernen können, damit wir das Evangelium besser verstehen, Gott näher kennenlernen und wieder neu ermutigt werden die Botschaft furchtlos weiterzugeben.
Montag, 29. August 2011
Besuch bei "Evangelium für Alle"
Eigentlich bin ich ja kein „church hopper“ oder „shopper“, aber am vergangenen Sonntag begab ich mich gemeinsam mit meiner Frau auf Gemeindeauskunftschaftstour. Eigentlich stehe ich dieser Thematik sehr kritisch gegenüber, da es in den aller meisten Fällen von Unverbindlichkeit, Konfliktunfähigkeit und Konsumdenken auf Seiten des „Church-hoppers“ zeugt. Unsere Motivation war allerdings eine andere: wir wollten im Raum Stuttgart eine Gemeinde finden, wo das Wort Gottes und das Evangelium von Jesus Christus im Mittelpunkt steht. Um es auch von vornhinein klar zustellen, wir beabsichtigen keinen Gemeindewechsel. Wir sehen unseren Platz noch in unserer jetzigen Gemeinde.
Über verschiedene Kontakte wurde uns die Freikirche „Evangelium für Alle“ in Bad Cannstatt empfohlen. Ich schaute mir schon mal vorab das Glaubensbekenntnis auf der Webseite der Gemeinde an, welches theologisch sehr solide und bibeltreu erschien. Überzeugend war auch die Behauptung, dass die textauslegende Predigt im Mittelpunkt des Gottesdienst steht. Da meine Frau und ich nur noch eine Woche in Deutschland sind, war es uns wichtig vor unsere Abreise diese Gemeinde zu besuchen.
Der gute Eindruck der uns auf der Webseite vermittelt wurde, wurde in unserem Gottesdienstbesuch nur bestätigt. Folgende Dinge die uns dort aufgefallen sind und die von einer „gesunden Gemeinde“ zeugen. Natürlich ist es schwierig aufgrund von einem Gottesdienstbesuch eine klare Aussage zu treffen, aber es ist dennoch der Versuch wert:
1. Das Wort Gottes steht im Mittelpunkt
Ob in der Moderation, in den Liedern oder in der Predigt. Der Gottesdienst ist durchdrungen vom Wort Gottes. Es verdeutlicht, dass die Ältesten und die Gemeindeglieder die Bibel als ihre Autorität in allen Fragen des Lebens und der Lehre sehen.
2. Es wird Textauslegend gepredigt
Der Prediger hat uns in den Bibeltext aus Johannes 5 (Heilung des Lahmen am Sabbat) ausgelegt. Das heißt die Hauptaussage des Textes war die Hauptaussage der Predigt.
3.Sünde und unsere eigene Unzulänglichkeit werden klar und deutlich thematisiert.
Sünde ist kein populäres Thema in unserer humanistischen Gesellschaft. Uns wird gesagt, dass der Mensch von Grund aus gut ist. Aber die Bibel spricht hier deutlich in unserem gemeinsamen Vorvater Adam sind wir alle zu Sündern geworden (Römer 5). In dieser Gemeinde nimmt man diesbezüglich kein Blatt vor den Mund, denn sie haben verstanden dass es liebevoller ist Menschen auf ihre Sünde hinzuweisen, damit sie mit Gott Versöhnung erfahren können, als sie in dem Irrglauben verweilen zu lassen, dass sie kein Problem mit Gott haben. Nur Jesus kann uns gesund machen, von unserer geistlichen Krankheit.
4. Es gibt geistliche Vorbilder im Glauben
Im Gottesdienst gab es ein Nachruf für ein kürzlich verstorbenes Gemeindeglied, welche die Gemeinde in den vergangen 50 Jahren stark geprägt hatte. Schwester Ruth war von radikaler Jesus Nachfolge überzeugt und diese Überzeugung wollte sie auch an jüngere Gemeindeglieder weiter vermitteln. Folgendes Zitat von Ihr hat auch die Gemeinde geprägt: „Gehorsam [gegenüber Gott] ist eine Liebeserklärung.“ Diese Aussage ist zutiefst biblisch und deckt sich mit den Aussagen Jesus an seine Jünger in Johannes 14
5. Die Gemeindeglieder sind hungrig nach Gottes Wort
Natürlich ist es gefährlich hier zu Verallgemeinern, aber um uns herum hatten viele ihre Bibel mit dabei und schlugen diese auch während der Predigt auf. Auch unsere Gespräche mit mehreren Gemeindegliedern nach dem Gottesdienst drehten sich um Glaubensfragen.
6. Die Liebe Gottes ist durch den Leib Christi spürbar
Selten wurde ich so freundlich und herzlich zu einem Gottesdienst begrüßt. Selten habe ich nach einem Gottesdienst, so gute und tiefgehende Gespräche geführt. Selten habe ich solch ein Gefühl der innigen Verbundenheit in Christus verspürt. Die Mitglieder von Evangelium für Alle haben verstanden was es bedeutet: „An eurer Liebe zueinander werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid.“ (Joh. 13:35)
7. Ganzheitliche „Anbetung“
Die Gemeinde legte hier nicht nur Wert auf musikalischen Lobpreis im Gottesdienst. Der Gottesdienst an sich war „Anbetung“. So sangen wir am Anfang ein Lied und 3 Kleinkinder wurden eingesegnet. Als es dann zur Predigt ging sagte der „Moderator“: „Wir haben Gott nun durch Singen angebetet, wir haben Ihn durch die Danksagung für und die Segnung der Kinder angebetet und jetzt werden wir Ihn durch das Hören seines Wortes anbeten.“ Es war schön zu sehen, wie hier der ganze Gottesdienst als Anbetung gesehen wurde.
8. Gimmicks, Kreativität und Unterhaltung werden nicht eingesetzt
Leider sind heutzutage viel zu viele Gemeinden der Meinung, dass man Nichtchristen in unsere Gemeinden „locken“ muss. Dass wird zwar nicht zugegeben, aber die Praxis spricht hier lauter als Worte: Das Musikteam gleicht eher einer Rockband, der Gottesdienstleiter versucht eher die Menge zu unterhalten, als die Versammelten Christen auf das Hören von Gottes Wort vorzubereiten, der Prediger erzählt lieber Geschichten oder versucht sich in Pseudopsychologie als treu und unerschrocken das Wort Gottes zu verkünden.
Evangelium für Alle hat erkannt, dass diese Dinge langfristig keine Frucht tragen, dass es zwar Leute anzieht, aber unter den falschen Vorsätzen, nämlich für Entertainment, anstatt zum hören des Evangeliums! Evangelium für Alle setzt stattdessen auf das altbewährte Wort Gottes und das Evangelium, welches die Kraft Gottes ist aller denen die Glauben (Röm. 1:16).
Eine perfekte Gemeinde gibt es nicht, da jede Gemeinde von begnadigten Sündern bevölkert ist, die immer wieder versagen und täglich auf die Gnade Gottes angewiesen sind, aber es gibt Gemeinden die auf dem richtigen Weg sind, die Gottes Wort im Zentrum behalten und die es anstreben den Plan Gottes zu erfüllen, nämlich dass: „die Mächte und Gewalten in der unsichtbaren Welt durch die Gemeinde die ganze Tiefe und Weite von Gottes Weisheit erkennen.“
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