"Jeder von uns soll auf den anderen Rücksicht nehmen und danach fragen, was gut für ihn ist und was ihm im Glauben weiterhilft." - Römer 15,2
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Donnerstag, 19. Januar 2012
Die Tragödie der Costa Concordia
Ich denke viele von uns haben in den letzten Tagen gebannt auf die Geschehnisse rund um das tragische Schiffsunglück der Costa Concordia geschaut. Wir wollen verstehen wie so etwas passieren hätte können, ein völlig intaktes und seetüchtiges Schiff, dass beim einlaufen in den Hafen der Insel Giglio keine 500 Meter vom Ufer entfernt auf Grund läuft. Kein Sturm, kein Wellengang, keine gefährlichen Meeresströmungen und doch wird dieser Meeresriese durch ein vermeintlich harmloses Gesteinsgebilde zu Fall gebracht.
Das rettende Ufer ist so nah, und doch so weit weg. Für mindestens 11 Menschenleben kommt jede Hilfe zu spät und knapp einer Woche nach der Katastrophe gibt es immer noch vermisste.
Mittlerweile steht fest wer für diese Tragödie zu Verantwortung gezogen werden muss, der Kapitän Francesco Schettino. Tag für Tag häufen sich die Anschuldigungen gegen ihn. Zunächst gibt es Berichte er habe sein Schiff verlassen, als die Rettungsaktion noch in Gang gewesen sei, später wird klar, dass er seinen Oberkellner, ein gebürtiger der Insel, mit einer riskanten Vorbeifahrt an seiner Heimatinsel imponieren wollte, danach kommen belastende Telefonmitschnitte zum Vorschein in denen eindeutig hervorgeht, dass er sein Schiff vorzeitig verlassen hatte und zuletzt die Schlagzeilen, dass er zum Zeitpunkt der Havarie unter Drogen stand.
Diese Berichte machen uns sprachlos und rauben uns den Atem. Wie kann ein Kapitän, ein Mann den 4200 Menschen ihr Leben anvertraut haben so handeln? Wie kann jemand so leichtfertig mit so viel Verantwortung umgehen?
Schettino hat sich schwer belastet, daran gibt es nichts zu zweifeln, aber ich glaube in gewisser Weise verkörpert er eine ganze Generation von Männern die in ihre Leiterschaftsrolle versagt haben. Es zieht sich durch alle Lebensbereiche durch: Politiker die sich als Saubermänner darstellen, aber in Wirklichkeit Leichen im Keller haben, Priester die über Jahre hinweg ungestört unschuldige Kinder missbrauchen, Väter die triebgesteuert ihre Frau und Familien dem Götze der Lust aufopfern, Firmenchefs die für den Erfolg über Leichen gehen oder schmutzige Geschäfte machen. Wenn wir ehrlich sind, steckt ein Schettino in jedem von uns. Wir Männer können den Anforderungen die an uns gebracht werden nicht gerecht werden. Wir sind selbstsüchtig, selbstverliebt und stolz, und die Konsequenzen unseres Versagens ist katastrophal: Kaputte Ehen, kaputte Familien, kaputte Firmen, kaputte Parteien, kaputte Gesellschaft.
Die Bibel spricht auch von Männern in Leitungspositionen die versagt hatten. Das Buch der Bücher verwendet das damals übliche Bild von Hirten. Der Prophet Hesekiel gibt uns Einblicke in die selbstsüchtige Verhaltensweisen dieser Hirten. Sie weiden sich selbst anstatt die Schafe, sie essen das Fett und kleiden sich mit Wolle aber weiden die Herde nicht, sie stärken nicht das Schwache, heilen nicht das Kranke und suchen nicht das Verlorene. Das waren die "Hirten" des Volkes Israels. Sie hatten ihre "Herde" ausgebeutet anstatt für sie zu sorgen.
Menschliche Hirten versagen, aber der Gute Hirte kümmert sich um seine Schafe. Er gibt sein Leben für die Schafe und er kennt seine Schafe und seine Schafe folgen ihm. Jesus sagt von sich selbst, dass er dieser Gute Hirte ist. Da wo alle anderen versagt haben, hat er seine Verantwortung wahrgenommen. Er ordnet sich dem Willen seines Vaters unter und tat genau das wofür er auf die Welt gekommen ist um verlorene Schafe zu finden, um sinkende Passagiere zu retten, um elende Sünder zu vergeben. Jesus ist Der Gute Hirte. Er ist der einzige Kapitän auf den Verlass ist, denn er wird jeden Mensch der sein Leben ihm anvertraut sicher in den himmlischen Hafen bringen.
Mittwoch, 11. Januar 2012
Vorsätze für das Neue Jahr!
Manche von euch werden den Titel dieses Eintrags lesen und euch denken: "Wie kann der denn bloß mich gerade mal 11 Tage nach Neujahr über meine Vorsätze erinnern, die ich gerade mal bis Heilige Drei Könige umsetzen konnte. Der sollte doch wissen, dass es nur die aller wenigsten mit ihren guten Vorsätzen in die zweite Kalenderwoche des Jahres schaffen! Wie unsensibel!"
Diese Reaktion kann ich gut nachvollziehen, denn die letzten Jahre habe ich nach dem Prinzip gelebt mir erst gar keine Vorsätze zu machen, die ich sowieso nicht einhalten oder erfüllen würde. In gewisser Weise zahlte sich dieses Prinzip aus, denn man musste nicht lange darüber grübeln welche Vorsätze man sich setzen wollte, und hatte in der zweiten Januar Woche auch kein schlechtes Gewissen über die fehlende Selbstkontrolle die Vorsätze auch umzusetzen.
Meine zynische Einstellung gegenüber den guten Vorsätzen zum Jahresanfang kam eher von der Vorstellung dass es irgendwie absurd sei dass sich der großteil der Menschheit nur zum Jahreswechsel ernsthaft Gedanken machen was sie in ihrem Leben ändern wollten. Meine eigene Erfahrung zeigte mir nämlich dass ich täglich Veränderung brauchte. Veränderung in meiner selbstsüchtigen, egozentrierten Einstellung, Veränderung in meinen Beziehungen zu meinen Mitmenschen, Veränderung in meinem Kampf gegen die Sünde und Veränderung in meiner Gottesbeziehung.
Ich würde sagen, dass sich meine Einstellung zu den Neujahrsvorsätzen in soweit verändert hat, dass ich realisiert habe dass der Jahreswechsel symbolisch einen Neuanfang darstellt. Wir alle sehnen uns nach solchen Neuanfängen und in der Hinsicht kann das Neue Jahr uns zu Gunsten kommen. Uns muss jedoch bewusst werden, dass wir aus eigener Kraft Veränderung nicht schaffen können. Bleibende und tiefgehende Veränderung kann nur stattfinden wenn Gott unser Herz verändert. (Hesikiel 36:26-27). Denn unsere Laster & Probleme, unsere Süchte & Sünden stammen alle aus einem korrupten und verstocktem Herz (Matthäus 15,19). Dieser Neuanfang wird in der Bibel auch "Wiedergeburt" genannt. Jesus spricht davon dass wir "wiedergeboren" werden müssen wenn wir in das Reich Gottes kommen wollen (Johannes 3,5). Diese geistliche Wiedergeburt wird all denen zuteil die erkennen, dass sie Veränderung nicht von alleine herbei schwören können, dass sie nicht in der Lage sind sich von ihren Zwängen & Süchten zu lösen, dass sie ohne das Eingreifen Gottes absolut hilflos sind. Jesus sagte selbst: "Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten." (Markus 2,16)
Jesus starb an einem römischen Kreuz. Er starb für Sünder wie du und ich um uns mit Gott zu versöhnen und uns Neues Leben zu schenken. Ein Leben dass nicht mehr unter der Macht der Sünde und des Satans steht, sondern ein Leben, das wieder dass machen kann zu was der Mensch geschaffen wurde: Gott zu verherrlichen!
So können unsere Neujahrsvorsätze die zweite Januarwoche überleben, wenn wir unsere eigene Unzulänglichkeit offen bekunden und uns vollkommen auf Christus verlassen, der bleibende Veränderung ermöglicht hat!
Diese Reaktion kann ich gut nachvollziehen, denn die letzten Jahre habe ich nach dem Prinzip gelebt mir erst gar keine Vorsätze zu machen, die ich sowieso nicht einhalten oder erfüllen würde. In gewisser Weise zahlte sich dieses Prinzip aus, denn man musste nicht lange darüber grübeln welche Vorsätze man sich setzen wollte, und hatte in der zweiten Januar Woche auch kein schlechtes Gewissen über die fehlende Selbstkontrolle die Vorsätze auch umzusetzen.
Meine zynische Einstellung gegenüber den guten Vorsätzen zum Jahresanfang kam eher von der Vorstellung dass es irgendwie absurd sei dass sich der großteil der Menschheit nur zum Jahreswechsel ernsthaft Gedanken machen was sie in ihrem Leben ändern wollten. Meine eigene Erfahrung zeigte mir nämlich dass ich täglich Veränderung brauchte. Veränderung in meiner selbstsüchtigen, egozentrierten Einstellung, Veränderung in meinen Beziehungen zu meinen Mitmenschen, Veränderung in meinem Kampf gegen die Sünde und Veränderung in meiner Gottesbeziehung.
Ich würde sagen, dass sich meine Einstellung zu den Neujahrsvorsätzen in soweit verändert hat, dass ich realisiert habe dass der Jahreswechsel symbolisch einen Neuanfang darstellt. Wir alle sehnen uns nach solchen Neuanfängen und in der Hinsicht kann das Neue Jahr uns zu Gunsten kommen. Uns muss jedoch bewusst werden, dass wir aus eigener Kraft Veränderung nicht schaffen können. Bleibende und tiefgehende Veränderung kann nur stattfinden wenn Gott unser Herz verändert. (Hesikiel 36:26-27). Denn unsere Laster & Probleme, unsere Süchte & Sünden stammen alle aus einem korrupten und verstocktem Herz (Matthäus 15,19). Dieser Neuanfang wird in der Bibel auch "Wiedergeburt" genannt. Jesus spricht davon dass wir "wiedergeboren" werden müssen wenn wir in das Reich Gottes kommen wollen (Johannes 3,5). Diese geistliche Wiedergeburt wird all denen zuteil die erkennen, dass sie Veränderung nicht von alleine herbei schwören können, dass sie nicht in der Lage sind sich von ihren Zwängen & Süchten zu lösen, dass sie ohne das Eingreifen Gottes absolut hilflos sind. Jesus sagte selbst: "Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten." (Markus 2,16)
Jesus starb an einem römischen Kreuz. Er starb für Sünder wie du und ich um uns mit Gott zu versöhnen und uns Neues Leben zu schenken. Ein Leben dass nicht mehr unter der Macht der Sünde und des Satans steht, sondern ein Leben, das wieder dass machen kann zu was der Mensch geschaffen wurde: Gott zu verherrlichen!
So können unsere Neujahrsvorsätze die zweite Januarwoche überleben, wenn wir unsere eigene Unzulänglichkeit offen bekunden und uns vollkommen auf Christus verlassen, der bleibende Veränderung ermöglicht hat!
Sonntag, 1. Januar 2012
Gedanken zur Jahreslosung 2012!
Jesus wirkt immer in und durch die Schwachen.
Er selbst sagt, dass es nicht die Gesunden sind, die einen Arzt brauchen, sondern die Kranken, dass er nicht gekommen sei, um die Gerechten zu retten, sondern Sünder. Seine Kraft hat er vor 2000 Jahren durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung von den Toten eindrücklich bewiesen, als er Sünde, Tod und Teufel besiegte. Diese Kraft kann in unserem Leben nur durchdringen, wenn wir zu ihm in Schwachheit kommen. Wir müssen zuerst erkennen, dass wir krank sind, bevor wir einen Arzt aufsuchen; wir müssen erst eingestehen, dass wir Sünder sind, bevor wir Rettung, die Jesus uns anbietet, annehmen können.
Wir können uns unser Leben lang vormachen, dass wir stark genug sind, es selbst auf die Reihe zu bekommen, aber spätestens mit dem Tod wird es sich zeigen, dass solch eine Lebenseinstellung uns keine bleibende Hoffnung bringen wird. Die Botschaft der Bibel zeigt uns aber, dass es eine Hoffnung gibt, die wir heute und in Ewigkeit haben können. Diese Hoffnung ist die Kraft Christi, die die Sünde und den Tod am Kreuz und durch seine Auferstehung besiegt hat. Wenn wir in Demut zu Ihm kommen und unsere Schwachheit und Sünde offen und ehrlich bekennen, dann wird er - das hat er uns versprochen -uns reinwaschen von all unserer Schuld und seine Kraft wird in unserer Schwachheit mächtig werden.
Lies mehr darüber: "Was ist das Evangelium?" - Greg Gilbert
Montag, 7. November 2011
Warum Sterben Wir?
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von www.flickr.com © Qole Pejorian |
Gestern haben wir von zwei Todesfällen in unserer Verwandtschaft gehört (die Tante meiner Frau, und die Oma meiner Schwägerin). Die Nachricht stimmt uns traurig. Der Tod scheidet uns lebenden von der Verstorbenen und wir können nichts daran ändern. Der Tod ist für viele von uns etwas schmerzliches, vorallem weil es so viele Fragen aufruft. Was wird aus dieser Person? Ist es jetzt einfach aus? Was passiert wenn es mich irgendwann erwischt?
Diese Ungewissheit macht uns Angst und wir sind vielleicht auch deswegen eine Gesellschaft geworden die sich nur ungern mit dem Thema Tod und Sterben auseinandersetzt. Wir meiden das unvermeidbare wie die Pest, aber irgendwann wird jeder von uns mit dem Tod konfrontiert. Spätestens wenn naheliegende Personen auf dem Sterbebett liegen, oder der Tod an unserer eigenen Tür anklopft, können wir ihm nicht mehr entweichen.
"Im Tod sind alle Menschen gleich" sagt uns ein altes Sprichwort. Die Art und Weise des Sterbens mag sich unterscheiden, aber die Tatsache und die Unvermeidbarkeit des Todes gilt für jeden. Mann und Frau, Schwarz und Weiß, Arm und Reich, Religiös und Atheisttisch. Keiner kommt davon.
Auch wenn viele Forscher krampfhaft nach einer Lösung der 100-prozentigen Sterberate der Menschheit suchen, und sehr viel in die Erforschung von "Unsterblichkeit" investiert wird, gibt es hier noch keinerlei stichhaltige Ergebnisse. Der Tod bleibt also weiterhin für uns Alle eine Realität. Aber warum müssen wir eigentlich sterben? Was ist der Grund dafür, dass der Tod in uns allen Eintritt?
Die offensichtlichen Ursachen sind natürlich der Katastrophentod (Unfall, Gewalteinwirkung, Naturkatastrophe) bei dem die vitalen Funktionen des Körpers (Herz, Gehirn u.a.) versagen und das Leben aus dem Menschen schwindet, oder aber der häufigste Fall des Alterns, indem die Körperzellen sich nicht mehr regenerieren.
Den Katastrophentod versuchen Menschen seit je her zu meiden, indem Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, aber gegen das Altern gibt es bislang wenig entgegenzusetzten. Warum altert aber der Mensch, bis zu dem Punkt an dem er davon stirbt? Diese Frage ist Bioinformatiker Andre Martins von der Universität Sao Paulo nachgegangen.
Seine These, die auf verschiedene Simulationen beruht, besagt "Altern ist ein evolutionärer Vorteil."
Während bei einer Spezies die nicht altert auch die genetisch "schwächere" Individuen ewig leben, werden beim alternden Spezies durch Mutationen und dem Überlebenskampf, die nachfolgenden Generationen immer fitter. So die Theorie von Martins. Dazu schreibt er im Wissenschaftsmagazin "Plos One": "Das Altern kann also einen positiven Effekt haben, weil es die weniger angepassten Individuen auslöscht"
Bioinformatiker und Evolutionsbiologen mögen sich über die Richtigkeit dieser Theorie streiten. Diese Theorie mag zwar von "Vorteil" für das Spezies sein, aber ist es auch von "Vorteil" für die Individuen, für jeden einzelnen Menschen ganz persönlich. Wohl kaum, denn was ist dass den für ein Trost, wenn uns am Sterbebett gesagt wird, dass unser Tod in irgendeiner obskurer Weise für die Weiterentwicklung unserer Art wichtig ist. Wenn der Tod uns bevorsteht will keiner von uns irgendwelche evolutionsbiologische "Wissenschaftstheorien", wir wollen Hoffnung dass es nicht einfach zu ende ist, wir wollen Gewissheit in unserer Ungewissheit.
Die Bibel spricht zu uns über die Ursache des Todes. Im Römerbrief Kapitel 5 Vers 12 sagt uns der Apostel Paulus: "Deshalb, wie durch "einen" Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben."
Der Tod ist durch die Sünde des "einen" Menschen in die Welt gekommen. Dieser eine Mensch war unser gemeinsamer Vorfahre Adam. Adam und Eva hatten im Garten Eden perfekte Gemeinschaft mit Gott. Sie sollten als Gottes Stellvertreter auf Erden sich mehren und über den Rest der Schöpfung herrschen (1. Mose 1:28). Aber unsere ersten Eltern versagten, sie entschieden sich gegen Gottes Autorität aufzubäumen, um sich selbst an die Stelle Gottes zu befördern. Mit diesem "Sündenfall", wie man ihn in 1. Mose 3 lesen kann, kam der Tod in die Welt (1. Mose 2,17,& 3,22). Der Tod ist nicht ein Nebenprodukt der Evolution, wie es Evolutionsbiologen sagen, sondern ein Nebenprodukt der Sünde!
Adam, als unserer gemeinsamer Urahn ist der Stellvertreter für die gesamte Menschheit, und in Ihm sind auch wir alle zu Sünder geworden (Röm 5:19). In Kapitel 6,23 des Römerbriefes lesen wir: "der Sünde Sold ist der Tod," Wir alle haben den Tod verdient, wir sind nicht nur von Natur aus "Kinder des Zorns" (Eph. 2,3) und Feinde Gottes (Röm. 5,10), sondern bestätigen dass auch immer wieder durch unsere sündigen Taten. Der geistliche Tod hat uns alle befallen (Eph. 2,1) und es ist nur eine Frage der Zeit bis der physische Tod uns einholen wird und dann ein furchtsames Erwarten von Gottes gerechtem Gericht (Hebräer 10,27).
Aber der Text im Römerbrief in dem wir lesen wie der Tod in die Menschheit Einzug erhalten hat, endet nicht mit dem "einen" Mann, dessen Ungehorsam Sünde in die Welt gebracht hat und mit ihr den Tod, sondern es endet mit dem "zweiten" Adam. "Durch die Sünde des ersten kam Verdammnis auf die gesamte Menschheit, aber durch die Gerechtigkeit des zweiten kam die Rechtfertigung für Menschen. Durch den Ungehorsam des ersten sind die viele zu Sündern geworden, aber durch den Gehorsam des zweiten wurden die viele Gerecht." (Röm 5,18-19). Dieser "zweite" Adam ist Jesus Christus! Der ewige Sohn Gottes, der Mensch wurde. Er ist die Verkörperung der Gerechtigkeit, er wurde in jeder Hinsicht versucht war aber ohne Sünde (Heb. 4,15). Er kam um zu sterben, um die Macht der Sünde und des Todes ein für alle mal zu zerbrechen. Er starb vor 2000 Jahren an einem römischen Kreuz. Er starb "damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." (Joh. 3,16). "Gott hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt." (2. Korinther 5,21). Jesus hat am Kreuz Gottes gerechten Zorn gegen unsere Sünde von uns abgewendet und auf sich selbst genommen (Röm 3:25).
Am Kreuz hat Jesus die Sünde, den Tod und den Teufel ein für alle mal besiegt. Weil der Gott-Sohn Jesus Christus seinen Auftrag komplett erfüllte und ohne Sünde war, war es dem Tod unmöglich seinen Halt auf Ihn auszuwirken. "Den [Jesus] hat Gott auferweckt und hat aufgelöst die Schmerzen des Todes, wie es denn unmöglich war, dass er vom Tode festgehalten werden konnte." Apostelgeschichte 2,24
Weil Jesus auferstanden ist und lebt, können alle die an Ihn glauben auch auferstehen und leben! In seinem ersten Brief an die Korinther wollte Paulus die Tatsache der leiblichen Auferstehung von Jesus gegen gewisse Irrlehren die in Kornith gelehrt wurden, verteidigen. In dem glorreichen Abschnitt den man im Kapitel 15 wiederfinden kann sagt er, dass es ohne die Auferstehung Christi, keine Hoffnung für uns gibt, da wir dann noch immer in unserer Sünde sind (v. 17). Wenn Christus aber lebt, dann werden wir die an Ihn glauben auch leben. Der Tod wird auch auf uns keine Macht mehr ausüben.
Paulus endet die Verfechtung der Auferstehung mit einem glorreichen Zitat aus Jesaja 25,8 und Hosea 13,14:
"Der Tod ist verschlungen vom Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?"
Und Paulus schlussfolgert:
"Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz.
Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!" 1. Kor. 15,56-57
Für diejenigen die auf Gott hoffen, die durch das kostbare Blut von Jesus Christus mit Gott versöhnt worden sind, ist der Stachel des Todes weggenommen worden und der Sieg des Todes, durch den noch viel größeren Sieg unseres Heilands, Jesus Christus, besiegt worden. Durch Ihn können wir ewiges Leben in der Gegenwart Gottes haben.
Sowohl Julias Tante und die Oma meiner Schwägerin setzten ihre Hoffnung komplett auf den unerschütterlichen Sieg Jesus' über die Macht der Sünde und den Tod, und deswegen konnten Sie den Tod furchtlos gegenüber stehen. Der Stachel des Todes, der Sieg des Todes, kann auch in deinem Leben besiegt werden. "Glaube an Jesus, den Herrn, und du wirst gerettet werden" Apostelgeschichte 16,31
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Samstag, 24. September 2011
Tiefe Erfrischung aus Vergangenheit: Martin Luther
Wie schon im letzten Post angekündigt hatten wir am Wochenende eine Freizeit zur Kirchengeschichte unter dem Titel: "Tiefe Erfrischung aus der Vergangenheit!"
Referent Michael Reeves wurde in jeder Hinsicht den Erwartungen eines solchen Titels gerecht, das lag nicht in erster Linie an seiner hinreißenden Redekunst, sondern vielmehr an der glorreichen Botschaft die er vermittelt hat. Im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Kirchengeschichteseminar, ging es nicht um eine Art biographische Darstellung der Reformatoren und Kirchenvater, sondern es ging vorallem um wunderbare theologische Wahrheiten, welche von diesen Männern, durch das Lesen der Bibel wiederentdeckt wurden.
Teil 1: Martin Luther
In einer Zeit wo in der mittelalterlichen katholischen Kirche Tradition und das Wort des Papstes in der Praxis mehr Aussagekraft hatten als das Wort Gottes, und unbiblische Lehren wie das Fegefeuer und der damit verbundenen Praxis des Verkaufes von Ablassbriefen, schlug die Entdeckung Martin Luthers, dass der Mensch allein durch den Glauben vor Gott Gerechtfertigt ist, ein wie eine Bombe. Martin Luther der jahrelang in seinem Mönchdasein versucht hatte durch eine externe Einhaltung von Regeln vor einem heiligen Gott gerecht dazustehen, merkte mit der Zeit, dass er Gott gar nicht liebte, sondern ihm seine Sündhaftigkeit vor einem heiligen, gerechten Gott nur immer deutlicher bewusst wurde. Er konnte vor so einem heiligen Gott, der nur gerecht und nicht liebevoll war, nicht bestehen.
Aber beim lesen von Römer 1:17, öffnete ihm Gott die Augen. Luther wurde klar dass die Gerechtigkeit Gottes von der dort die Rede ist, nicht nur eine Beschreibung Gottes ist, sondern dass diese Gerechtigkeit Gottes im Evangelium offenbart wird und im Glauben an Christus dem Sünder zugerechnet wird. Es war eine revolutionierende (Wieder-)Entdeckung der biblischen Wahrheit der Rechtfertigung des Sünders allein durch den Glauben. Das heißt dass der Mensch rein gar nichts zu seiner Erlösung beisteuert, sondern dass seine komplette Gerechtigkeit in Christus ist und dass Gott all dass aus dem Reichtum seiner Gnade und Liebe dem Mensch gegenüber zurechnet. Es war der Funke der die Flamme der Reformation so richtig entfachte!
Sein Buch "Die Freiheit eines Christenmenschen" ist ein Gleichnis über die Rechtfertigung allein durch Glaube. Es geht darin um einen majestätischen König der eine Prostituierte heiratet. Die Prostituierte wird in dem Augenblick in dem der König Sie zur Frau nimmt, eine Königin. Ihr Status hat sich von der einer Prostituierte zu der einer Königin verändert, auch wenn ihr Charakter und ihr Verhalten noch mehr einer Prostituierten gleicht ist sie rechtlich gesehen die Königin.
Luther will mit dieser Allegorie die Beziehung zwischen König Jesus und einem untreuen Volk darstellen. Einem Volk dass es nicht verdient hat eine Königin genannt zu werden, aber das durch die reine Gnade Gottes in dem Opfertod Jesus zu einer Königin ernannt wird. Und da dieses untreue Volk mit ihrem König vereint ist, wie in einer Ehe, wird die ganze Gerechtigkeit des Königs ihr zugerechnet. Die Botschaft der reinen Gnade eines liebevollen Gottes, der Sünder nicht aufgrund von ihren Taten, sondern aufgrund des stellvertretenden Opfertodes Jesus Christi rechtfertigt, war von da an die treibende Kraft der Reformation.
Nächster Post: Johannes Calvin!
Referent Michael Reeves wurde in jeder Hinsicht den Erwartungen eines solchen Titels gerecht, das lag nicht in erster Linie an seiner hinreißenden Redekunst, sondern vielmehr an der glorreichen Botschaft die er vermittelt hat. Im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Kirchengeschichteseminar, ging es nicht um eine Art biographische Darstellung der Reformatoren und Kirchenvater, sondern es ging vorallem um wunderbare theologische Wahrheiten, welche von diesen Männern, durch das Lesen der Bibel wiederentdeckt wurden.
Teil 1: Martin Luther
In einer Zeit wo in der mittelalterlichen katholischen Kirche Tradition und das Wort des Papstes in der Praxis mehr Aussagekraft hatten als das Wort Gottes, und unbiblische Lehren wie das Fegefeuer und der damit verbundenen Praxis des Verkaufes von Ablassbriefen, schlug die Entdeckung Martin Luthers, dass der Mensch allein durch den Glauben vor Gott Gerechtfertigt ist, ein wie eine Bombe. Martin Luther der jahrelang in seinem Mönchdasein versucht hatte durch eine externe Einhaltung von Regeln vor einem heiligen Gott gerecht dazustehen, merkte mit der Zeit, dass er Gott gar nicht liebte, sondern ihm seine Sündhaftigkeit vor einem heiligen, gerechten Gott nur immer deutlicher bewusst wurde. Er konnte vor so einem heiligen Gott, der nur gerecht und nicht liebevoll war, nicht bestehen.
Aber beim lesen von Römer 1:17, öffnete ihm Gott die Augen. Luther wurde klar dass die Gerechtigkeit Gottes von der dort die Rede ist, nicht nur eine Beschreibung Gottes ist, sondern dass diese Gerechtigkeit Gottes im Evangelium offenbart wird und im Glauben an Christus dem Sünder zugerechnet wird. Es war eine revolutionierende (Wieder-)Entdeckung der biblischen Wahrheit der Rechtfertigung des Sünders allein durch den Glauben. Das heißt dass der Mensch rein gar nichts zu seiner Erlösung beisteuert, sondern dass seine komplette Gerechtigkeit in Christus ist und dass Gott all dass aus dem Reichtum seiner Gnade und Liebe dem Mensch gegenüber zurechnet. Es war der Funke der die Flamme der Reformation so richtig entfachte!
Sein Buch "Die Freiheit eines Christenmenschen" ist ein Gleichnis über die Rechtfertigung allein durch Glaube. Es geht darin um einen majestätischen König der eine Prostituierte heiratet. Die Prostituierte wird in dem Augenblick in dem der König Sie zur Frau nimmt, eine Königin. Ihr Status hat sich von der einer Prostituierte zu der einer Königin verändert, auch wenn ihr Charakter und ihr Verhalten noch mehr einer Prostituierten gleicht ist sie rechtlich gesehen die Königin.
Luther will mit dieser Allegorie die Beziehung zwischen König Jesus und einem untreuen Volk darstellen. Einem Volk dass es nicht verdient hat eine Königin genannt zu werden, aber das durch die reine Gnade Gottes in dem Opfertod Jesus zu einer Königin ernannt wird. Und da dieses untreue Volk mit ihrem König vereint ist, wie in einer Ehe, wird die ganze Gerechtigkeit des Königs ihr zugerechnet. Die Botschaft der reinen Gnade eines liebevollen Gottes, der Sünder nicht aufgrund von ihren Taten, sondern aufgrund des stellvertretenden Opfertodes Jesus Christi rechtfertigt, war von da an die treibende Kraft der Reformation.
Nächster Post: Johannes Calvin!
Samstag, 17. September 2011
Zurück auf der Arabischen Halbinsel
Seid knapp zwei Wochen sind wir nun wieder in unserer Wahlheimat Dubai auf der Arabischen Halbinsel.
Wir hatten eine sehr gute und gesegnete Zeit in Deutschland in der wir viel Zeit mit Familie und Freunde verbringen konnten. Nun sind wir aber auch froh wieder hier zu sein und in den Alltag einzusteigen.
Wir feiern Freitags Gottesdienst, da wir in einem moslemischen Land leben, und das der wöchentliche Feiertag ist. Gestern feierten wir also Gottesdienst und Julia und mir wurde vorallem durch die Predigt zu Römer 1:8-17 neu bewusst warum wir hier sind.
Die Gemeinde in Rom im 1. Jahrhundert war aufgrund ihres starken Glaubens in der ganzen Welt bekannt (v. 8). Paulus war begeistert davon, und er wollte die römischen Christen besuchen um sie weiter im Glauben zu ermutigen, und selbst durch sie ermutigt zu werden (v. 11-12). Paulus schreibt diesen Brief an die Römer um sich ihnen vorzustellen, um sie in der Lehre des Evangeliums zu unterweisen, um ihnen mitzuteilen, dass er den Wunsch hegt sie zu besuchen, und von Rom aus weiter Richtung Westen nach Spanien reisen will um dort das Evangelium zu predigen (Röm 15:20-24).
Die Gemeinde in Rom sollte also als Plattform dienen von der das Evangelium in noch unerreichte Gegenden gelangen sollte. So sah es zumindest der Apostel Paulus. Unser Pastor forderte uns heraus, dass Dubai ähnlich wie Rom im 1. Jahrhundert eine enorm strategische Stadt für die Verbreitung des Evangeliums ist. Dubai ist eine Weltstadt, mitten im 10/40 Window, wo die unerreichtesten Völker der Welt leben. Er forderte uns heraus, dass wir als Gemeinde auch so eine Plattform für das Evangelium sein sollen, wie die römische Gemeinde.
Damit wir aber eine Plattform für das Evangelium werden können, müssen wir von der Kraft des Evangeliums getrieben und ermächtigt sein. Verse 16 sagt uns, dass das Evangelium die Kraft Gottes ist, die jedem der glaubt, Rettung bringt. Das Evangelium ist die Frohe Botschaft, dass Jesus für Sünder gestorben ist, der Gerechte für die Ungerechte, damit jeder der seine Sünden bekennt und daran glaubt, dass Jesus für ihn gestorben ist das Ewige Leben haben wird. Im Evangelium wird die Gerechtigkeit Gottes offenbart, eine Gerechtigkeit die durch den Glauben kommt (v. 17). Luther hat mit diesem Vers lange gerungen, aber als Gott Ihm die Augen öffnete und er verstand, dass diese Gerechtigkeit Gottes uns im Glauben zugerechnet wird, dass wir durch den Opfertod von Jesus seine Gerechtigkeit bekommen, und unsere Werke im Bezug auf unsere Rechtfertigung vor Gott keine Rolle mehr spielen, dann brach der Bann und die Reformation kam so richtig ins Rollen.
Darum sind wir hier in Dubai, weil wir uns wie Paulus offen und ohne uns zu schämen zu dieser Botschaft bekennen, denn wir wissen, dass es die Kraft Gottes ist zur Rettung all derer die glauben, und weil wir mit unserer Gemeinde eine Plattform sein wollen, von dem das Evangelium zu denen gelangt, die es noch nie gehört haben.
Wir hatten eine sehr gute und gesegnete Zeit in Deutschland in der wir viel Zeit mit Familie und Freunde verbringen konnten. Nun sind wir aber auch froh wieder hier zu sein und in den Alltag einzusteigen.
Wir feiern Freitags Gottesdienst, da wir in einem moslemischen Land leben, und das der wöchentliche Feiertag ist. Gestern feierten wir also Gottesdienst und Julia und mir wurde vorallem durch die Predigt zu Römer 1:8-17 neu bewusst warum wir hier sind.
Die Gemeinde in Rom im 1. Jahrhundert war aufgrund ihres starken Glaubens in der ganzen Welt bekannt (v. 8). Paulus war begeistert davon, und er wollte die römischen Christen besuchen um sie weiter im Glauben zu ermutigen, und selbst durch sie ermutigt zu werden (v. 11-12). Paulus schreibt diesen Brief an die Römer um sich ihnen vorzustellen, um sie in der Lehre des Evangeliums zu unterweisen, um ihnen mitzuteilen, dass er den Wunsch hegt sie zu besuchen, und von Rom aus weiter Richtung Westen nach Spanien reisen will um dort das Evangelium zu predigen (Röm 15:20-24).
Die Gemeinde in Rom sollte also als Plattform dienen von der das Evangelium in noch unerreichte Gegenden gelangen sollte. So sah es zumindest der Apostel Paulus. Unser Pastor forderte uns heraus, dass Dubai ähnlich wie Rom im 1. Jahrhundert eine enorm strategische Stadt für die Verbreitung des Evangeliums ist. Dubai ist eine Weltstadt, mitten im 10/40 Window, wo die unerreichtesten Völker der Welt leben. Er forderte uns heraus, dass wir als Gemeinde auch so eine Plattform für das Evangelium sein sollen, wie die römische Gemeinde.
Damit wir aber eine Plattform für das Evangelium werden können, müssen wir von der Kraft des Evangeliums getrieben und ermächtigt sein. Verse 16 sagt uns, dass das Evangelium die Kraft Gottes ist, die jedem der glaubt, Rettung bringt. Das Evangelium ist die Frohe Botschaft, dass Jesus für Sünder gestorben ist, der Gerechte für die Ungerechte, damit jeder der seine Sünden bekennt und daran glaubt, dass Jesus für ihn gestorben ist das Ewige Leben haben wird. Im Evangelium wird die Gerechtigkeit Gottes offenbart, eine Gerechtigkeit die durch den Glauben kommt (v. 17). Luther hat mit diesem Vers lange gerungen, aber als Gott Ihm die Augen öffnete und er verstand, dass diese Gerechtigkeit Gottes uns im Glauben zugerechnet wird, dass wir durch den Opfertod von Jesus seine Gerechtigkeit bekommen, und unsere Werke im Bezug auf unsere Rechtfertigung vor Gott keine Rolle mehr spielen, dann brach der Bann und die Reformation kam so richtig ins Rollen.
Darum sind wir hier in Dubai, weil wir uns wie Paulus offen und ohne uns zu schämen zu dieser Botschaft bekennen, denn wir wissen, dass es die Kraft Gottes ist zur Rettung all derer die glauben, und weil wir mit unserer Gemeinde eine Plattform sein wollen, von dem das Evangelium zu denen gelangt, die es noch nie gehört haben.
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Montag, 29. August 2011
Besuch bei "Evangelium für Alle"
Eigentlich bin ich ja kein „church hopper“ oder „shopper“, aber am vergangenen Sonntag begab ich mich gemeinsam mit meiner Frau auf Gemeindeauskunftschaftstour. Eigentlich stehe ich dieser Thematik sehr kritisch gegenüber, da es in den aller meisten Fällen von Unverbindlichkeit, Konfliktunfähigkeit und Konsumdenken auf Seiten des „Church-hoppers“ zeugt. Unsere Motivation war allerdings eine andere: wir wollten im Raum Stuttgart eine Gemeinde finden, wo das Wort Gottes und das Evangelium von Jesus Christus im Mittelpunkt steht. Um es auch von vornhinein klar zustellen, wir beabsichtigen keinen Gemeindewechsel. Wir sehen unseren Platz noch in unserer jetzigen Gemeinde.
Über verschiedene Kontakte wurde uns die Freikirche „Evangelium für Alle“ in Bad Cannstatt empfohlen. Ich schaute mir schon mal vorab das Glaubensbekenntnis auf der Webseite der Gemeinde an, welches theologisch sehr solide und bibeltreu erschien. Überzeugend war auch die Behauptung, dass die textauslegende Predigt im Mittelpunkt des Gottesdienst steht. Da meine Frau und ich nur noch eine Woche in Deutschland sind, war es uns wichtig vor unsere Abreise diese Gemeinde zu besuchen.
Der gute Eindruck der uns auf der Webseite vermittelt wurde, wurde in unserem Gottesdienstbesuch nur bestätigt. Folgende Dinge die uns dort aufgefallen sind und die von einer „gesunden Gemeinde“ zeugen. Natürlich ist es schwierig aufgrund von einem Gottesdienstbesuch eine klare Aussage zu treffen, aber es ist dennoch der Versuch wert:
1. Das Wort Gottes steht im Mittelpunkt
Ob in der Moderation, in den Liedern oder in der Predigt. Der Gottesdienst ist durchdrungen vom Wort Gottes. Es verdeutlicht, dass die Ältesten und die Gemeindeglieder die Bibel als ihre Autorität in allen Fragen des Lebens und der Lehre sehen.
2. Es wird Textauslegend gepredigt
Der Prediger hat uns in den Bibeltext aus Johannes 5 (Heilung des Lahmen am Sabbat) ausgelegt. Das heißt die Hauptaussage des Textes war die Hauptaussage der Predigt.
3.Sünde und unsere eigene Unzulänglichkeit werden klar und deutlich thematisiert.
Sünde ist kein populäres Thema in unserer humanistischen Gesellschaft. Uns wird gesagt, dass der Mensch von Grund aus gut ist. Aber die Bibel spricht hier deutlich in unserem gemeinsamen Vorvater Adam sind wir alle zu Sündern geworden (Römer 5). In dieser Gemeinde nimmt man diesbezüglich kein Blatt vor den Mund, denn sie haben verstanden dass es liebevoller ist Menschen auf ihre Sünde hinzuweisen, damit sie mit Gott Versöhnung erfahren können, als sie in dem Irrglauben verweilen zu lassen, dass sie kein Problem mit Gott haben. Nur Jesus kann uns gesund machen, von unserer geistlichen Krankheit.
4. Es gibt geistliche Vorbilder im Glauben
Im Gottesdienst gab es ein Nachruf für ein kürzlich verstorbenes Gemeindeglied, welche die Gemeinde in den vergangen 50 Jahren stark geprägt hatte. Schwester Ruth war von radikaler Jesus Nachfolge überzeugt und diese Überzeugung wollte sie auch an jüngere Gemeindeglieder weiter vermitteln. Folgendes Zitat von Ihr hat auch die Gemeinde geprägt: „Gehorsam [gegenüber Gott] ist eine Liebeserklärung.“ Diese Aussage ist zutiefst biblisch und deckt sich mit den Aussagen Jesus an seine Jünger in Johannes 14
5. Die Gemeindeglieder sind hungrig nach Gottes Wort
Natürlich ist es gefährlich hier zu Verallgemeinern, aber um uns herum hatten viele ihre Bibel mit dabei und schlugen diese auch während der Predigt auf. Auch unsere Gespräche mit mehreren Gemeindegliedern nach dem Gottesdienst drehten sich um Glaubensfragen.
6. Die Liebe Gottes ist durch den Leib Christi spürbar
Selten wurde ich so freundlich und herzlich zu einem Gottesdienst begrüßt. Selten habe ich nach einem Gottesdienst, so gute und tiefgehende Gespräche geführt. Selten habe ich solch ein Gefühl der innigen Verbundenheit in Christus verspürt. Die Mitglieder von Evangelium für Alle haben verstanden was es bedeutet: „An eurer Liebe zueinander werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid.“ (Joh. 13:35)
7. Ganzheitliche „Anbetung“
Die Gemeinde legte hier nicht nur Wert auf musikalischen Lobpreis im Gottesdienst. Der Gottesdienst an sich war „Anbetung“. So sangen wir am Anfang ein Lied und 3 Kleinkinder wurden eingesegnet. Als es dann zur Predigt ging sagte der „Moderator“: „Wir haben Gott nun durch Singen angebetet, wir haben Ihn durch die Danksagung für und die Segnung der Kinder angebetet und jetzt werden wir Ihn durch das Hören seines Wortes anbeten.“ Es war schön zu sehen, wie hier der ganze Gottesdienst als Anbetung gesehen wurde.
8. Gimmicks, Kreativität und Unterhaltung werden nicht eingesetzt
Leider sind heutzutage viel zu viele Gemeinden der Meinung, dass man Nichtchristen in unsere Gemeinden „locken“ muss. Dass wird zwar nicht zugegeben, aber die Praxis spricht hier lauter als Worte: Das Musikteam gleicht eher einer Rockband, der Gottesdienstleiter versucht eher die Menge zu unterhalten, als die Versammelten Christen auf das Hören von Gottes Wort vorzubereiten, der Prediger erzählt lieber Geschichten oder versucht sich in Pseudopsychologie als treu und unerschrocken das Wort Gottes zu verkünden.
Evangelium für Alle hat erkannt, dass diese Dinge langfristig keine Frucht tragen, dass es zwar Leute anzieht, aber unter den falschen Vorsätzen, nämlich für Entertainment, anstatt zum hören des Evangeliums! Evangelium für Alle setzt stattdessen auf das altbewährte Wort Gottes und das Evangelium, welches die Kraft Gottes ist aller denen die Glauben (Röm. 1:16).
Eine perfekte Gemeinde gibt es nicht, da jede Gemeinde von begnadigten Sündern bevölkert ist, die immer wieder versagen und täglich auf die Gnade Gottes angewiesen sind, aber es gibt Gemeinden die auf dem richtigen Weg sind, die Gottes Wort im Zentrum behalten und die es anstreben den Plan Gottes zu erfüllen, nämlich dass: „die Mächte und Gewalten in der unsichtbaren Welt durch die Gemeinde die ganze Tiefe und Weite von Gottes Weisheit erkennen.“
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