Dienstag, 25. Oktober 2011

Verschwende deinen Krebs nicht!

Dieser Artikel ist in einem Buch von John Piper und Justin Taylor erschienen ("Suffering and the Sovereignty of God"). Das Buch ist eine Zusammenstellung aus verschiedenen Beiträgen zum Thema Leid und die Souveränität Gottes.
Dieser spezielle Beitrag über Krebs wurde von John Piper und David Powlison geschrieben, beide wurden 2006 mit Prostata Krebs diagnostiziert. Sie nennen 10 Punkte wie man seinen Krebs verschwendet und gehen dann darauf ein wie man seinen Krebs zur Ehre Gottes verwenden kann.
Hier die Zehn Punkte von mir frei übersetzt, die Vollversion kann man als PDF runterladen:

1. Du wirst deinen Krebs verschwenden, wenn du nicht daran glaubst dass er von Gott für dich bestimmt ist.
2. Du wirst deinen Krebs verschwenden wenn du glaubst dass er ein Fluch ist und kein Geschenk.
3. Du wirst deinen Krebs verschwenden wenn du in deinen Heilungschancen Trost findest, anstatt von Gott.
4. Du wirst deinen Krebs verschwenden wenn du dich weigerst über den Tod nachzudenken
5. Du wirst deinen Krebs verschwenden wenn du glaubst den Krebs "besiegen" am Leben zu bleiben bedeutet, anstatt Christus mehr zu shätzen. 
6. Du wirst deinen Krebs verschwenden wenn du zu viel Zeit damit verbringst über Krebs zu lesen und nicht genügend Zeit damit verbringst über Gott zu lesen.
7.Du wirst deinen Krebs verschwenden wenn er dich in die Einsamkeit treibt, anstatt dass er dich dazu führt durch liebende Zuneigung deine Beziehungen zu vertiefen.
8. Du wirst deinen Krebs verschwenden wenn du trauerst wie die die keine Hoffnung haben.
9.Du wirst deinen Krebs verschwenden wenn du Sünde immer noch so beiläufig betrachtest wie davor
10. Du wirst deinen Krebs verschwenden wenn du es versäumst deinen Krebs als Mittel zu verwenden über die Wahrheit und die Herrlichkeit Christi zeugnis zu geben.

Dienstag, 11. Oktober 2011

Spannungsschwankungen und die Souveränität Gottes!

  © http://thirdpipe.com/?attachment_id=1139

Wir haben schon im letzten Jahr immer wieder Probleme mit Elektrogeräten gehabt. Der Staubsauger hat einfach irgendwann mal den Geist aufgegeben, genauso war es mit der Mikrowelle und zuletzt mit dem Schleuderprogramm der Waschmaschine! Am späten Samstagabend kulminierten unsere "Spannungschwankungen" in einem regelrechten Feuerwerk. Innerhalb von Sekundenbruchteilen wurden alle unsere Sinne von diesem "elektrischen" Höhepunkt erfüllt: wir sahen wie zunächst meine Nachttischlampe ganz komisch flimmerte, dann hörten wir wie im Sicherungskasten im Flur die Sicherungen raus flogen, und kurz darauf roch es in der ganzen Wohnung nach schwellenden, versengten Elektrokabel. Wir hatten uns gerade Schlafen gelegt, waren aber sofort hellwach. Eine Inspektion durch die Wohnung stellte heraus dass der Fernseher, der Kühlschrank, das Netzteil von Julias Laptop, das Ladegerät vom Handy und nicht zuletzt das Netzteil vom W-lan Router alle hinüber waren. Eine wirklich schöne Bescherung!

Wir konnten beide schlecht einschlafen. Wir machten uns Gedanken. Warum musste dass gerade uns treffen? Warum Gott? Ich muss gestehen dass ich eine ganze Weile im Bett lag und an Gottes Souveränität zweifelte! Mir wurde bewusst, dass ich vom Kopf her weiß dass Gott alles in seiner Hand hat und die komplette Herrschaft über alle Ereignisse hat, aber dass in der Praxis meine Reaktion auf Probleme und Schwierigkeiten, diesen Glauben nicht immer wiederspiegelt.
Ich glaube viele von uns glauben an Gottes Güte und seiner Allmacht, so lange alles in unserem Leben gut verläuft. Werden wir jedoch mit Problemen oder gar Leid konfrontiert, dann muss Gott als Schuldiger herhalten! Wenn selbst der Spatz nicht zu Boden fällt, ohne dass der Vater im Himmel es zulässt, wie viel mehr wird der Vater sich um seine Kinder kümmern. Römer 8,28 spricht davon dass alles denen zum Besten dient, die Gott lieben. Wenn wir in Christus sind, wenn wir uns allein auf die Gnade Gottes die durch Jesus offenbart wurde verlassen, dann dient alles zu unserem Besten. Alltagsprobleme, Beziehungstress, Leid, Schmerz und selbst der Tod, all diese Dinge werden uns letztenendlich nicht von der Liebe Gottes trennen und wir können mit dem Apostel Paulus mit einstimmen:
"Ja, ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch ´unsichtbare` Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch ´gottfeindliche` Kräfte, weder Hohes noch Tiefes, noch sonst irgendetwas in der ganzen Schöpfung uns je von der Liebe Gottes trennen kann, die uns geschenkt ist in Jesus Christus, unserem Herrn." (Röm 8,38-39)

Diese Gewissheit gibt uns die Kraft auch in den schweren Zeiten nicht in Selbstmitleid, in Depressionen, in Bitterkeit oder in Wut gegenüber Gott zu verfallen, denn wir haben eine Hoffnung die durch das Leid, welches wir in unserer kurzen Zeit auf diesem Globus erfahren, nicht ausgelöscht wird. Und wir können wieder mit Paulus einstimmen:

"Das sind also die Gründe, weshalb wir uns nicht entmutigen lassen. Mögen auch die Kräfte unseres äußeren Menschen aufgerieben werden – unser innerer Mensch wird Tag für Tag erneuert. Denn die Nöte, die wir jetzt durchmachen, sind nur eine kleine Last und gehen bald vorüber, und sie bringen uns etwas, was von unvergleichlich viel größerem Gewicht ist: eine unvorstellbare und alles überragende Herrlichkeit, die nie vergeht." (2. Korinther 4,16-18)

"Danke Gott für das "Elektrofeuerwerk"welches mein Vertrauen auf dich gestärkt hat, und mich gelehrt hat deine Souveränität auch in reellen Lebenssituation an zuerkennen. Danke dass das Leid uns als Christen zum besten dient, und dass eines Tages "diese kleine Last" vorüber sein wird, und wir mit dir in der Herrlichkeit sein werden! Amen"

Samstag, 8. Oktober 2011

Der Samstag Brunch bei den Bären!

Seit ca. neun Monaten haben wir in Dubai die Tradition angefangen am zweiten Samstag im Monat einen Brunch bei uns in der Wohnung zu veranstalten. Jeder bringt ein traditionelles Gericht aus seinem Heimatland mit, und wir machen immer leckere deutsche Pfannkuchen, die dann mit Original deutschen Schattenmorellen verzerrt werden können. Eine Woche vorher schicken wir eine Erinnerungsmail an alle Freunde aus Gemeinde und Freunde die wir sonst irgendwie in Dubai kennengelernt haben. Es ist jedesmal ein wunderschöner Vormittag mit reichhaltigem Essen und guten Gesprächen, eine Zeit sich mit Freunden auszutauschen und neue Leute kennenzulernen. Heute kam z.B. unsere Nachbarin dazu, die auch Deutsche ist.
Natürlich ist es immer auch ein Aufwand knapp 20 Leute zu versorgen, aber es ist auch immer eine Freude, denn zum einen lieben wir Gäste und wir wollen auch unseren Gäste eine Plattform bieten sich gegenseitig näher kennenzulernen, und sich über das wichtigste im Leben, den Glauben an Jesus Christus, auszutauschen.
Heute war es erfrischend das Zeugnis von einem jungen Ehepaar zu hören, die seit zwei Wochen in unsere Gemeinde kommen. Es war ermutigend zu sehen wie Gott in dem Leben von jedem einzelnen wirkt und Leben durch die Kraft des Heiligen Geistes verändert.
Wir sind froh für solche Ermutigung und die Gemeinschaft die uns dieser Brunch ermöglicht, und hoffen, dass es den ein oder anderen auch ermutigt ein ähnliches gemeinschaftsförderndes Projekt zu starten.

LG
Sascha

Montag, 3. Oktober 2011

Tag der Deutschen Einheit und das Evangelium!

© www.dokuwiki.noctrl.edu

Heute ist der 21. Jahrestag der Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland. Es ist ein Tag an dem wir mit Dankbarkeit zurückblicken können, denn wer hätte vor 22 Jahren gedacht, dass die trennende Mauer zwischen unserem Volk zerstört wird.
Ich kann mich noch als kleiner Junge daran erinnern als wir die Bilder vom Mauerfall im November 1989 auf unserem Fernseher flimmern sahen. Mein Vater hatte vor Freude geweint. Wie die aller meisten aus seiner Generation hatte er es nie für möglich gehalten, dass Deutschland vereinigt wird. Im Zeitalter des Kalten Krieges sprach eher alles gegen eine Wiedervereinigung, und somit hatte eigentlich nach über 40 Jahre Trennung keiner an das Wunder geglaubt.

Aber das Unmögliche traf ein, das was sich jeder in seinen Träumen erhofft hätte, wurde eine Realität! Natürlich gab es politische und wirtschaftliche Faktoren, welche die Wiedervereinigung begünstigten, aber letztenendlich muss man dieses Wunder einem allmächtigen und souveränen Gott zuschreiben, welcher die Welt in seiner Hand hält, welcher Königreiche einsetzt und absetzt (Daniel 2), ein Gott der das Herz des Königs in seiner Hand hält (Spr. 21:1).

Doch die größte Wiedervereinigung überhaupt, ist nicht die von einem gespaltenen Land, sondern von einem heiligen Gott und einer rebellierenden Menschheit. Die Ausgangslage ist noch viel hoffnungsloser und aussichtsloser, denn der Mensch ist seit dem Sündenfall getrennt von Gott, von Natur aus sind wir "Kinder des Zorns" (Eph. 2:3), da wir uns alle von Gott abgewandt haben. Aber aufgrund von Gottes großer Liebe und seiner reichen Gnade hat er einen Schlichter geschickt, der die Feindschaft zwischen uns und Gott aufheben soll. Dieser Schlichter ist Jesus Christus, der ewige Sohn Gottes, am Kreuz nimmt er den Zorn Gottes auf sich, in dem er für unsere Sünden stirbt. Er hat uns mit Gott versöhnt und die Feindschaft getötet (Eph.2:16). Durch Jesus kann ein heiliger Gott mit unreinen Sündern vereinigt werden. Die Kinder des Zorns werden zu Kinder Gottes!

Das ist die beste, schönste, größte, unerwartetste, wichtigste Wiedervereinigung überhaupt: zwischen Gott und Mensch! Ich hoffe dass die Wiedervereinigung unseres Landes uns zeigt, dass wir alle diese größere Wiedervereinigung brauchen. Gott hat den Weg dafür freigemacht, in dem er seinen eigenen Sohn sandte.
"Das ist das Fundament der Liebe: nicht, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühneopfer für unsere Sünden zu uns gesandt hat" - 1. Johannes 4:10

Sonntag, 2. Oktober 2011

Tiefe Erfrischung aus Vergangenheit: Vorträge!

Nur ein kurzer Post!
Die Vorträge zu der Konferenz von letztem Wochenende sind jetzt hier zum download verfügbar.
Leider sind die Vorträge nur auf Englisch, dennoch sind sie sehr empfehlenswert und das Englisch ist leicht verständlich. Vorallem der Vortrag über Martin Luther und über Richard Sibbes ist sehr zu empfehlen.
Viel Spaß dabei!

Samstag, 24. September 2011

Tiefe Erfrischung aus Vergangenheit: Martin Luther

Wie schon im letzten Post angekündigt hatten wir am Wochenende eine Freizeit zur Kirchengeschichte unter dem Titel: "Tiefe Erfrischung aus der Vergangenheit!"

Referent Michael Reeves wurde in jeder Hinsicht den Erwartungen eines solchen Titels gerecht, das lag nicht in erster Linie an seiner hinreißenden Redekunst, sondern vielmehr an der glorreichen Botschaft die er vermittelt hat. Im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Kirchengeschichteseminar, ging es nicht um eine Art biographische Darstellung der Reformatoren und Kirchenvater, sondern es ging vorallem um wunderbare theologische Wahrheiten, welche von diesen Männern, durch das Lesen der Bibel wiederentdeckt wurden.

Teil 1: Martin Luther 
In einer Zeit wo in der mittelalterlichen katholischen Kirche Tradition und das Wort des Papstes in der Praxis mehr Aussagekraft hatten als das Wort Gottes, und unbiblische Lehren wie das Fegefeuer und der damit verbundenen Praxis des Verkaufes von Ablassbriefen, schlug die Entdeckung Martin Luthers, dass der Mensch allein durch den Glauben vor Gott Gerechtfertigt ist, ein wie eine Bombe. Martin Luther der jahrelang in seinem Mönchdasein versucht hatte durch eine externe Einhaltung von Regeln vor einem heiligen Gott gerecht dazustehen, merkte mit der Zeit, dass er Gott gar nicht liebte, sondern ihm seine Sündhaftigkeit vor einem heiligen, gerechten Gott nur immer deutlicher bewusst wurde. Er konnte vor so einem heiligen Gott, der nur gerecht und nicht liebevoll war, nicht bestehen.

Aber beim lesen von Römer 1:17, öffnete ihm Gott die Augen. Luther wurde klar dass die Gerechtigkeit Gottes von der dort die Rede ist, nicht nur eine Beschreibung Gottes ist, sondern dass diese Gerechtigkeit Gottes im Evangelium offenbart wird und im Glauben an Christus dem Sünder zugerechnet wird. Es war eine revolutionierende (Wieder-)Entdeckung der biblischen Wahrheit der Rechtfertigung des Sünders allein durch den Glauben. Das heißt dass der Mensch rein gar nichts zu seiner Erlösung beisteuert, sondern dass seine komplette Gerechtigkeit in Christus ist und dass Gott all dass aus dem Reichtum seiner Gnade und Liebe dem Mensch gegenüber zurechnet. Es war der Funke der die Flamme der Reformation so richtig entfachte!

Sein Buch "Die Freiheit eines Christenmenschen" ist ein Gleichnis über die Rechtfertigung allein durch Glaube. Es geht darin um einen majestätischen König der eine Prostituierte heiratet. Die Prostituierte wird in dem Augenblick in dem der König Sie zur Frau nimmt, eine Königin. Ihr Status hat sich von der einer Prostituierte zu der einer Königin verändert, auch wenn ihr Charakter und ihr Verhalten noch mehr einer Prostituierten gleicht ist sie rechtlich gesehen die Königin.
Luther will mit dieser Allegorie die Beziehung zwischen König Jesus und einem untreuen Volk darstellen. Einem Volk dass es nicht verdient hat eine Königin genannt zu werden, aber das durch die reine Gnade Gottes in dem Opfertod Jesus zu einer Königin ernannt wird. Und da dieses untreue Volk mit ihrem König vereint ist, wie in einer Ehe, wird die ganze Gerechtigkeit des Königs ihr zugerechnet. Die Botschaft der reinen Gnade eines liebevollen Gottes, der Sünder nicht aufgrund von ihren Taten, sondern aufgrund des stellvertretenden Opfertodes Jesus Christi rechtfertigt, war von da an die treibende Kraft der Reformation.

Nächster Post: Johannes Calvin!

Montag, 19. September 2011

Wie die Helden von Gestern uns Heute helfen können!



Mahatma Gandhi hat mal gesagt: "Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt."
In gewisser Weise mag Gandhi hier recht behalten, betrachtet man das Weltgeschehen und die Art und Weise wie der Mensch mit seinen Mitmenschen umgeht, so kann man schon in auf die Idee kommen, dass "die Geschichte sich nur wiederholt" und dass "der Mensch nur aus den eigenen Fehlern lernt", aber aus Gottes Sicht hat die Weltgeschichte Sinn und Ziel. So hat Gott zum Beispiel schon vor Erschaffung der Welt bestimmt, dass Jesus sein Volk durch sein Blut erlösen sollte (1. Petrus 1:19-20). Von Anfang hat also die Geschichte ein Ziel: die Erlösung von Sündern durch den Opfertod Jesus. Und nachdem Gott, Jesus von den Toten auferweckte und somit seine Macht unter Beweis stellte, befahl er seinen Jüngern diese Botschaft von der Versöhnung mit Gott in alle Welt hinaus zu tragen. 2000 Jahre später wird die Botschaft immer noch verkündet, der Auftrag ist noch nicht zu Ende, aber die Erfüllung des Auftrages rückt von Tag zu Tag näher. Der Grund warum wir heute dort sind wo wir sind, ist weil wir auf den Schultern von Männern und Frauen stehen die Gott treu in ihrer Zeit gedient haben. 


Aus diesem Grund veranstaltet unsere Gemeinde in Dubai eine Wochenendfreizeit um die Kirchengeschichte wieder zuentdecken und von den Helden die vor uns gelebt haben zu lernen. Am kommenden Wochenende kommt Michael Reeves aus England zu uns. Er arbeitet in England mit der Studentenbewegung zusammen und hat schon mehrere Bücher zur Kirchengeschichte geschrieben (Leider nur auf Englisch erhältlich). Er wird hauptsächlich über den Kirchenvater Athanasius, die Reformatoren, Luther und Calvin, die Puritaner John Bunyan und Richard Sibbes, wie auch den Erweckungsprediger in Nordamerika Jonathan Edwards referieren. Diese Männer Gottes waren überzeugt von der Autorität der Schrift in allen Bereichen der christlichen Gemeinde und dass die Erlösung allein das Werk Gottes durch Jesus Christus ist, zu dem der Mensch gar nichts beisteuert.
Ich bin gespannt was wir am Wochenende aus der Geschichte lernen können, damit wir das Evangelium besser verstehen, Gott näher kennenlernen und wieder neu ermutigt werden die Botschaft furchtlos weiterzugeben.